ChromeOS – eine Alternative für ältere Geräte?
Ein Teil meiner privaten Computer erfüllen die Anforderungen von Windows 11 nicht mehr. Um nicht für jedes Familienmitglied einen neuen Rechner anschaffen zu müssen, schaue ich mir aktuell mögliche Alternativen an. Eine erste Alternative ist das mit den Chromebooks ausgelieferte ChromeOS – genauer genommen das ChromeOS Flex, welches frei für viele Geräte verfügbar ist.
Erste Informationen zu ChromeOS Flex findet man auf der entsprechenden Produkteseite von Google -> https://chromeos.google/products/chromeos-flex/
Von dieser aus gelangt man auf die Installationsanweisung. Man benötigt Google Chrome als Browser um in diesem die entsprechende Erweiterung zu installieren.
Installation
Wenn man einen USB Stick mit min. 8 GB (7.9 GB ist nicht genug!) verfügbar hat, kann man mit der genannten Erweiterung das Installationsmedium entweder für die gelistete Hardware, oder flexible für jedes Gerät erstellen:

Mit dem erstellten Stick startet man und kann dann auch zwischen Testen (Boot ab Stick) oder Installieren (Gerät wird komplett formatiert) entscheiden. Auf meinem alten Gerät wollte das Testszenario nicht funktionieren, somit habe ich die Installation ausgewählt. Nach langen 10 Minuten war dann auch das komplette Setup erledigt!
Einrichtung
Mit einem vorhandenen Google Account war die Einrichtung auch blitzschnell erledigt. Lediglich die Tastatursprachen mussten sicher eingestellt werden (DE-CH) aber danach lief alles durch. Das ChromeOS installiert auch sofort alle Erweiterungen aus einem vorhandenen Google Chrome (sofern gesynct) und war innert wenigen Minuten fertig. Noch ein passendes Hintergrund Bild aus dem Internet gesucht et voilà:

Arbeiten
Auch auf meinem alten Lenovo ThinkPad x260 war – man kann es wirklich so sagen – ein „WOW-Effekt“ vorhanden. Nicht gemessen, aber gefühlt nach wenigen Sekunden nach dem Start erscheint schon die Anmeldung und nach dieser kann man nach 1-2 Sekunden loslegen mit Arbeiten. Das Ganze von null, also kein Standby etc.
Die Apps sind einerseits im „Startmenü“ links oder unten in der Mitte zu finden. Ein Umstieg aus der klassischen Windows-Welt ist somit schon mal kein Problem:

Was ich an Applikationen testen konnte lief einwandfrei. Auch die Integration von OneDrive und M365 (Web Apps) makellos. Die Hardware wurde auch erkannt, so dass auch YouTube mit Sound funktionierte. Aus dieser Sicht kann ich nichts negatives berichten.
In den Einstellungen findet man sich als Windows-Benutzer auch sehr gut zurecht. Die Bedienung und Suche nichts neues.

Speziell zu erwähnen ist hier nur die Ausrichtung des Touchpads. Dieses verhielt sich standardmässig 180° anders wie gewohnt. Google hat hier jedoch einen einfachen Switch eingebaut. Was mir sehr positiv aufgefallen ist, weil ich das so sonst noch nie gesehen habe, ist die Akku Analyse. Ladestände und Verbrauchsanalysen kannte ich bereits, aber der Zustand des Akkus im allgemeinen (75% im Bild) habe ich so noch nie gesehen:

Ist man fertig mit der Arbeit, dann sucht man beim ersten Mal die entsprechenden Funktionen. Diese sind unten rechts bei der Uhr versteckt. Die Möglichkeiten sind auch hier für den gewohnten Windows-Benutzer nichts neues, ausser dass die Power-Funktionen hier zu finden sind. Und auch hier: kaum auf Herunterfahren geklickt, ist das Gerät schon aus:

Update
Während meiner Testphase hatte ich nur ein Update und dieses war kaum spürbar. Im Gegensatz zu Windows, welches gem. Murphys Gesetzen immer genau im falschen Moment viele Updates einspielt, führt ChromeOS die Updates im Hintergrund durch und man erhält nur einmal die Info, dass man doch bitte einmal neu starten soll. Dies ist dann in der bereits vorher beschriebenen kurzen Neustartzeit erledigt, und man arbeitet weiter.
Nachteile
Was könnte man als Nachteil bezeichnen?
Sicherlich die Einschränkung der Applikationen, dass hier die Auswahl nicht sehr gross ist. Falls man sich jedoch sowieso zu über 99% im Browser befindet, ist dies kein nennenswerter Nachteil.
Nach dem obigen Absatz ist natürlich die Abhängigkeit zum Internet nicht zu unterschätzen. Zugegebenermassen habe ich die Offlinefähigkeiten nicht getestet, da dies bei uns zu Hause kein Kriterium war. Ist aber sicherlich zu beachten/testen, bevor man auf ChromeOS umsteigt.
Was sich bei mir nun aktuell aber als KO-Kriterium abgezeichnet hat, ist die fehlende Unterstützung unseres Druckers. ChromeOS hat diesen zwar ohne weiteres Zutun erkannt und eingerichtet, der Drucker selbst kann aber mit den Druckjobs nichts anfangen und verwirft diese. Dies muss vor einer Umstellung und/oder bei der Beschaffung eines Druckers beachtet werden!
Fazit
Mir persönlich gefällt das ChromeOS sehr gut und stellt meiner Meinung nach eine gute Alternative für zu Hause dar. Voraussetzung ist aber ganz klar, dass man den Rechner vorwiegend mit Browser-Applikationen benutzt. Das schlanke Betriebssystem und die gezeigte Leistung haben überzeugt. Ich bin auch ein wenig traurig, dass unser Drucker dieses nicht unterstützt, sonst hätte ich für die privaten Anwendungszwecke die perfekte Alternative zu Windows gefunden.